Die Uhrzeit hier und anderswo - Zeitzonen

ZeitzonenWeil sich die Erde um sich selber und um die Sonne dreht, gibt es Tag und Nacht. Während die eine Seite der Erde von der Sonne beschienen wird, ist es auf der anderen Halbkugel stockfinster. Die eine Kugelseite, die der Sonne nur halb zugewandt ist, hat Abend, auf der gegenüberliegenden Erdseite ist es Morgen. Da der 24-Stunden-Tag immer um Mitternacht beginnt, es aber nicht überall auf der Erde gleichzeitig Mitternacht schlägt, ist die Uhrzeit ortsabhängig.

Was sind Zeitzonen?

Eine Zeitzone ist jeder Teil der Erde, an dem am selben Tag die gleiche Uhrzeit gilt. Da sich der Tag in 24 stunden aufteilt, betrüge die ideale Zeitzoneneinteilung 15 Grad Längenunterschied auf der Erdkugel. Dadurch entstünden ebenfalls 24 Zeitzonen, die selbst an ihrer äußeren Grenze nur eine halbe Stunde vom tatsächlichen Sonnenstand abweichen würden. Außerdem müsste der Unterschied zur Nachbarzeitzone auf nicht höher als eine Stunde festgelegt werden. Da aber die Staatsgrenzen nicht entlang der gedachten Zeitzonen verlaufen, ergäben sich im gleichen Land unterschiedliche Uhrzeiten. Um das zu vermeiden, wurden die Zeitzonen vielerorts angepasst.

Welche Zeitzone ein Land wählt, hängt nicht nur mit der geografischen Lage zusammen, sondern hat oft auch kulturelle und wirtschaftliche Hintergründe. Es gib Länder mit großer Ost-West-Ausdehnung, die sich für eine Zeitzone im ganzen Land entschieden haben, wie zum Beispiel China. Dann weicht die Uhrzeit an den Grenzen zum Nachbarstaat um mehr als eine Stunde ab. Andere große Staaten wiederum, wie Russland, die USA oder Kanada teilen sich in mehrere Zeitzonen auf. Die Uhrzeit in jeder Zeitzone richtet sich nach der UTC, der koordinierten Weltzeit. Um Eindeutigkeit zu schaffen, wird die offizielle Zeit immer in Relation zur UTC angegeben. So beträgt die mitteleuropäische Zeit (MEZ), die auch in Deutschland Gültigkeit besitzt, UTC+1h. Das heißt, in Deutschland ist es eine Stunde später, als die Weltzeit.

Die Geschichte der Zeitzonen

Anfänglich galt an jedem Ort die Ortszeit. Als die Sonne aufging, war es Morgen. Mittag war es beim höchsten Sonnenstand um zwölf Uhr und der Sonnenuntergang wurde als Abend bezeichnet. Erst mit der Erfindung der Eisenbahn und der Ausweitung des Schienennetzes war eine Vereinheitlichung der Uhrzeit notwendig, um Fahrpläne mit Ankunfts- und Abfahrtszeit festlegen zu können. Zunächst galten die Ortszeiten der Endstationen, die üblicherweise in größeren Städten lagen, als Standardzeit. Mit zunehmendem Schieneverkehr ergaben sich jedoch hieraus erneute Probleme. Musste doch eine Großstadt wie Paris oder Berlin, in der Züge aus verschiedenen Städten ankamen, neben der eigenen Ortszeit gleichzeitig mit der Ortszeit der Abfahrtsstationen rechnen. Paris hatte daher Pariser Ortszeit, Genfer Ortszeit für die Züge aus Genf und Lyoner Zeit für die Züge aus Lyon. Daher wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schließlich eine landeseinheitliche Zeit festgelegt, die sich meistens an der Ortszeit der Hauptstadt orientierte. Die systematische Einteilung in Zeitzonen, wie wir sie heute kennen, erfolgte im Zuge der Festlegung des Nullmeridians auf der Höhe der Sternwarte in Greenwich im Jahre 1884. Im normalen Gebrauch besteht kein Unterschied zwischen der GMT und der 1926 eingeführten UTC.

Zeitzonen und Politik

Weil die gleiche Uhrzeit ein gewisses Zusammengehörigkeits Gefühl schafft, herrscht in der Europäischen Union die MEZ vor. Das hat zur Folge, dass in Spanien die Sonne um 13:40 Uhr ihren höchsten Stand erreicht. In Polen ist es bereits um elf Uhr Mittag. Die Gültigkeit der MEZ in Spanien hängt jedoch nicht nur mit seiner Zugehörigkeit zur Europäischen Union zusammen, sondern ist auf Franco zurückzuführen, der großen Wert darauf legte, dass sich das Land in der selben Zeitzone befände, wie Deutschland.

In China drückt die einheitliche Zeit die politische Zentralgewalt aus. Eigentlich erstreckt sich das große Gebiet des Staates nämlich über fünf verschiedene Zeitzonen.

Besonders häufig spielt bei der Einführung einer Zeitzone die politische Besatzung eine Rolle. So musste sich beispielsweise Frankreich unter Hitler an die MEZ anschließen. Auch die Niederlande wurden im Zweiten Weltkrieg an die mitteleuropäische Zeit gegliedert. Als Japan 1942 Malaysia eroberte, fand dort ebenfalls eine Zeitumstellung statt. Das jüngste Beispiel, welchen Einfluss die Politik auf die Zugehörigkeit zu einer Zeitzone ausübt, zeigt die Krim. Im März 2014 beschlossen die Einwohner der Insel sich der Russischen Föderation anzuschließen und noch im selben Monat wurden die Uhren auf Moskauer Zeit um zwei Stunden vorgestellt.

Die Sommerzeit

Die Sommerzeit ist keine eigene Zeitzone. Sommerzeit bedeutet, dass die Uhren in den Ländern, in denen sie gilt, im Sommer um eine Stunde vorgestellt werden. Für Deutschland heißt das, es gilt im Sommer die MEZ+1h. Im Winter wird diese Umstellung wieder rückgängig gemacht. Das genaue Datum zur Umstellung von Sommer- nach Winterzeit und umgekehrt, ist nicht in allen Ländern gleich. Deutschland stellt seine Uhren jeweils am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr um. Am letzten Sonntag im Oktober findet die Umstellung zur Normalzeit um 3:00 Uhr zurück auf 2:00 Uhr statt.

Wer viel mit anderen Zeitzonen zu tun hat, wie beispielsweise Geschäftsleute, muss oft über die Uhrzeit im anderen Land genau informiert sein. Dafür gibt es Armbanduhren mit Weltzeitfunktion. In unserem Tolle-Uhren.de Shop finden Sie beispielsweise die Casio G-Shock oder die Casio Edifice. Beide Modelle erlauben dem Träger ein einfaches Ablesen der Uhrzeit einer anderen Zeitzone. Klicken Sie doch mal durch bei Tolle-Uhren.de!

Bild: © Kurt Kleemann / fotolia.com

tolle-uhren.de Autor bei Google+ Stephan Roth



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22.01.2015 10:09

Tags: uhrzeit  


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