Geradeausempfänger bei Funkuhren

Das Herzstück der Funkuhr ist der Geradeausempfänger

Casio G-Shock Funkuhr 5230Das Patent für Funkuhren wurde im Jahr 1967 vom Elektrohersteller Telefunken angemeldet. Der damalige Mitarbeiter des Unternehmens und spätere Professor der Elektrotechnik Wolfgang Hilberg entwickelte die ersten Prototypen dieses Uhrentyps. Das wichtigste Bauteil der funkgesteuerten Uhr ist der sogenannte Geradeausempfänger. Über eine Ferit-Antenne erhält der Empfänger ein Signal von einem Langwellensender, wobei das gesendete Zeitsignal nach dem Empfang ausgewertet und die Uhr automatisch nachgestellt wird. Da die Antenne nach dem Funksignal ausgerichtet werden musste, kam es besonders in den Anfangsjahren zu Störungen, denn der Ausbau der Sender war noch nicht sehr weit fortgeschritten und sorgte bei den Empfängern für schwache Funksignale. Diese Problematik besteht heute immer noch bei günstigen Funkuhren, die meist im Ausland gefertigt werden.

Auch bei Armbanduhren bestand dieses Empfangsproblem in den Anfangsjahren. Die Antenne zum Empfang der Signale befand sich im Armband der Uhr, da die Uhrengehäuse aus Metall gefertigt wurden. Die Funksignale wären daher durch das Gehäuse abgeschirmt worden und um die Ferrit-Antenne im Gehäuse unterbringen zu können, wurden bald darauf Gehäuse aus Keramik und Kunststoff hergestellt.

Mit einem Funksignal wird der Gangfehler korrigiert

Das für die Funkuhren wichtige Zeitsignal wird von den verschiedenen Sendern permanent gesendet, doch aus Energiespargründen empfangen die meisten funkgesteuerten Uhren das Zeitsignal lediglich einmal pro Stunde. Da der Gangfehler der meisten Quarzuhren sehr gering ist, reicht eine stündliche Korrektur der Uhrzeit vollkommen aus. Die meisten Armbanduhren, die mit einer Funksteuerung ausgestattet sind, werden sogar nur einmal täglich angefunkt, um einen möglichen Gangfehler zu korrigieren. Eine minütliche Korrektur des Gangfehlers wird beispielsweise bei den Bahnhofsuhren der Deutschen Bahn vorgenommen. Sogenannte Mutteruhren werden über einen Sender mit dem Funksignal DCF-77 synchronisiert und geben das Zeitsignal an die Uhrensetzwerke aller angeschlossenen Uhren weiter. Funkuhren der Bahn, die jedoch nicht an eine Mutteruhr angeschlossen sind, werden mit eigenen Empfängern ausgestattet. Durch die minütliche Korrektur entsteht in manchen Fällen der Eindruck, dass die Bahnhofsuhren für kurze Zeit zum Stillstand kommen.

Moderne Funkuhren werden mit Solarzellen betrieben

Die ersten funkgesteuerten Armbanduhren wurden grundsätzlich mit Knopfzellen betrieben, doch die renommierten Uhrenhersteller wie z.B. Casio rüsten ihre Funkuhren heutzutage mit Solarzellen aus. Außer den Solarzellen wird ein Energiespeicher in die Funkuhr integriert, der das Uhrwerk permanent mit Strom versorgt, wenn die Solarzellen bei Dunkelheit keine Energie produzieren können. Leider gab es anfangs Probleme bei der Energiespeicherung, da die Speicher nur geringe Kapazitäten aufwiesen und nur Energie für eine kurze Zeit zur Verfügung stellen konnten. Mit der Weiterentwicklung der Solarzellen, die heutzutage auch über Kunstlicht Strom erzeugen und durch die Erweiterung bei den Speichern sind jedoch tatsächlich Dunkellaufzeiten bei Funkuhren von bis zu zwei Jahren erreicht worden.

tolle-uhren.de Autor bei Google+ Stephan Roth



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15.04.2013 13:16

Tags: geradeausempfänger led funkuhr  


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