Uhren selbst reparieren Teil 2 » Batterie, Armband, Glas

Uhren reparierenIn unserem Artikel Uhren selbst reparieren Teil 2, geht es um Batterie, Uhrenarmband und das Glas. In dem Beitrag Uhren selbst reparieren Teil 1 haben Sie bereits erfahren, welche Vorbereitungen Sie treffen müssen, wenn sie sich an die Reparatur einer Uhr heranwagen wollen, welche Ausrüstung Sie benötigen und wie Ihr Arbeitsplatz beschaffen sein sollte. Die Frage ist nun, an welche einfachen Reparaturarbeiten man sich als Laie wirklich herantrauen kann und bei welchen man das gute Stück dann doch besser zu einem Fachmann bringt.

Der Batteriewechsel

Keine Reparatur im eigentlichen Sinne, aber doch eine Herausforderung für so manchen Laien, ist der regelmäßige Batteriewechsel – deshalb soll auch er hier Erwähnung finden. Schon beim Öffnen des Uhrgehäuses werden oft erste Fehler gemacht: Ein zerkratztes Gehäuse oder ein nicht mehr ordentlich funktionierender Verschlussmechanismus können die Folgen sein.

Um überhaupt an das Innere der Uhr heran zu kommen, muss aber immer zunächst das Gehäuse geöffnet werden. Hier gibt es grundsätzlich drei gängige Verschlusstypen: Das Normalgehäuse, das Schraubgehäuse und das Konsulargehäuse. Das Normalgehäuse ist das häufigste – mit einem Messer kann in der dafür vorgesehene Aussparung angesetzt werden, um den rückwärtigen Deckel aufzuhebeln. Das Schraubgehäuse wird, wie sein Name schon sagt, durch einen Schraubmechanismus zwischen Lünette und Gehäuse geöffnet. Das Konsulargehäuse ist das seltenste, es findet hauptsächlich bei hochwertigen Taschenuhren Verwendung. Hier wird zunächst die Lünette geöffnet und anschließend das Werk über eine Verriegelung nach oben heraus geklappt.

Auch die Batteriehalterungen sind je nach Uhrentyp und Hersteller unterschiedlich. Oft ist die Batterie mit einer kleinen Haltefeder befestigt, in manchen Uhren muss man auch zunächst eine kleine Halteschraube öffnen, bevor man die Energiequelle entnehmen kann. Wichtig ist hier aber vor allem eines: Wenden Sie keine Gewalt an, wenn die Batterie fest sitzt! Im Zweifelsfall ist ein Batterienwechsel vom Fachmann immer noch günstiger als der Austausch von zerkratzten, verbogenen oder sonst wie defekten Kontakten. Der benötigte Batterietyp ist mit seiner dreistelligen Bezeichnung übrigens im Normalfall direkt auf der Batterie abzulesen!

Erst einmal ganz einfach: Das Uhrarmband

Nun zunächst einmal die Reparaturen, die auch für einen Einsteiger oft gut zu machen sind: Reparaturarbeiten am Uhrarmband.

Wenn das Band zu weit ist, lässt sich bei Leder-, Kunststoff- und Textil-Uhrenbänder normalerweise einfach mit einer kleinen Lochzange ein entsprechendes Loch hinzufügen – hierfür muss man weder Bastler noch Profi sein. Alternativ können sie auch das komplette Uhrarmband austauschen – auch hierfür braucht es keinerlei Fachkenntnisse. Bei metallischen Uhrarmbändern wird das schon komplizierter: Um die Weite anzugleichen, müssen Sie einzelne Glieder des Bandes entfernen. Im Normalfall gilt es hierfür einen kleinen Metallstift, der jeweils zwei Glieder zusammenhält, zu entfernen. Um das Uhrenband dabei nicht zu zerkratzen, verwenden Sie am besten eine stumpfe Sticknadel oder einen anderen stumpfen, dünnen Gegenstand. Tatsächlich können Sie auch einen professionellen Stiftausdrücker im Fachhandel erwerben – wirklich notwendig ist das aber nicht. Und noch ein kleiner Tipp: Achten Sie darauf, gleichmäßig Glieder von beiden Seiten des Armbandes zu entnehmen, statt nur von einer, weil sich der Verschluss sonst einseitig verschiebt.

Reparaturen am Gehäuse

Am Gehäuse wird es schon komplizierter: Davon das Uhrglas als Laie abheben zu wollen, kann nur dringend abgeraten werden. Schon kleine Fehler lassen hier Staub und Feuchtigkeit eindringen. Muss das Uhrglas ausgetauscht werden oder wollen Sie irgendetwas am Ziffernblatt oder den Zeigern ändern – bringen Sie ihre Uhr besser zum Fachmann - kontaktieren Sie uns!

Möchten Sie allerdings störende Kratzer entfernen, können Sie das sowohl auf dem Glas als auch auf dem Gehäuse selbst tun. Hierfür benötigen Sie lediglich Poliertücher, eventuell eine feine Polierpaste und viel, viel Geduld. Mit kreisrunden Bewegungen und leichtem Druck heißt es dann geduldig polieren, bis die Kratzer verschwunden sind. Das kann zwar dauern – lohnt sich aber zumindest optisch gesehen auf jeden Fall! Wer gerne zu Hausfrauen-Lösungen greift, kann Kratzer auch mit einem Speziellen Schleif- und Polierset für Fingernägel entfernen – das wirkt zwar auf den ersten Blick nicht besonders professionell, bietet aber eine wirksame und funktionale Alternative zu teurem Spezialwerkzeug und langwieriger Handarbeit.

Reparaturen im Uhreninneren

Im Inneren der Uhr wird es richtig kompliziert – hier sollten Sie sich keine zu großen Hoffnungen machen, wirkungsvolle Reparaturen selbst durchführen zu können. Das Uhrwerk ist so empfindlich, dass laienhafte Behandlung schnell zu massiven Schäden führen kann.

Allerdings ist eben diese Empfindsamkeit des Uhrwerkes auch genau der Punkt, an dem Sie einsetzten können, denn manche Fehler treten aufgrund kleinster Staubkörnchen und Verschmutzungen auf, die mit dem eigenen Auge kaum sichtbar sind. Manche Probleme lassen sich deshalb schon durch bloßes Ausblasen des Uhrwerkes lösen. Öffnen Sie das Gehäuse, wie unter dem Punkt Batteriewechsel beschrieben und setzen Sie dann ein kleines Blasebalg ein. Pusten Sie nicht mit dem Mund – Feuchtigkeit und eventuell auch Essensreste können so in das Uhrwerk gebracht werden. Wer sich bereits fleißig mit dem auseinandernehmen und wieder zusammenbauen von Uhren geübt hat, kann den Zeitmesser auch zunächst zerlegen. So wird wirklich alles sauber, allerdings müssen Sie mit größter Sorgfalt arbeiten, damit nichts verloren geht und jedes Einzelteil schließlich wieder seinen Platz findet.

Von der Verwendung von Ohrstäbchen und ähnlichen Hilfsmitteln ist bei der Reinigung des Uhreninneren abzusehen: Die Gefahr, Flusen in das Uhrwerk zu bringen, ist zu groß. Auch Öle und Reinigungslösungen sollten Sie lieber dem Fachmann überlassen, denn die Dosierung muss ganz exakt auf die jeweilige Stelle erfolgen, um Schädigungen zu vermeiden.

Die Freude am Basteln und am Verstehen

Letztlich ist es nicht viel, was Sie wirklich selbst an ihrer Uhr reparieren können, wenn Sie ein echter Neuling auf dem Gebiet sind. Allerdings macht auch hier Übung den Meister: Umso mehr Routine Sie beim Zerlegen und Zusammenbauen entwickeln, umso mehr Probleme können Sie selbst ausfindig machen und auch lösen. Und mal ehrlich: Letztlich ist es oft weniger der Wunsch, ein paar Euro beim Uhrmacher zu sparen, als vielmehr die Freude daran, zu Basteln und komplexe Abläufe im Uhreninneren zu verstehen, die uns antreibt. Aber wie schon erwähnt lassen Sie bitte Vorsicht walten, denn nicht umsonst wird ein Uhrmacher, bzw. Zeitmesstechniker, mehrere Jahre lange ausgebildet. Es gehört viel Know-how dazu eine Uhr fachgerecht zu reparieren. Kleinigkeiten sind mit Übung sicherlich machbar, für alles andere benötigt es einen Profi.

tolle-uhren.de Autor bei Google+ Stephan Roth



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13.03.2014 17:25

Tags: uhrenreparatur  


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