Tourbillon Uhren – Präzision und Schönheit

An so mancher hochwertigen Uhr dreht sich unermüdlich ein kleines Meisterwerk der Uhrmacherkunst: Das Tourbillon. Eine Tourbillon-Uhr im Sortiment zu haben, gilt als Qualitätssiegel für Hersteller und lässt höchste Qualitätsansprüche erahnen. Dabei ist es kein notwendiger Bestandteil eines Uhrwerkes, sondern mehr ein Luxus-Element, das die Ganggenauigkeit einer Uhr verbessern soll.

Die Entstehung des Tourbillons

Ingersoll Tourbillon Golden SpikeErfunden und entwickelt wurde das erste Tourbillon um das Jahr 1800 herum von dem französischen Uhrmacher und Erfinder Abraham Louis Breguet. Damals war die große Zeit der Taschenuhren, Armbanduhren gab es noch nicht. Die Zeitmesser wurden in der Uhrtasche am Hemd oder an der Hose transportiert und hatten so den Großteil der Zeit eine aufrechte Position. Das empfindliche Innenleben der mechanischen Taschenuhren war aber in der Waagrechte eingebaut worden und funktionierte nur in dieser Lage störungsfrei. Das Tragen in senkrechter Position beeinflusste also die Ganggenauigkeit – deswegen mussten Taschenuhren lange Zeit regelmäßig Nachgestellt werden, um lagebedingte Schwächen des Uhrwerks auszugleichen.

Aus dieser Situation heraus, entwickelte Breguet mit dem Tourbillon eine Gerätschaft, die die unterschiedlichen Schwerkraft-Verhältnisse zwischen Waagrechte und Senkrechte ausgleichen konnte.

Das Tourbillon heute

Nachdem der Einbau eines Tourbillons kaum einen messbaren Effekt auf die Genauigkeit einer Armbanduhr hat, sollte man meinen, dass dieses komplexen Stücke in der heutigen Zeit als antiquiert und nutzlos abgeschrieben wurden – aber weit gefehlt! Die Faszination, die von diesen kleinen Meisterwerken ausgeht, begeistert auch heute noch viele Uhren-Liebhaber weltweit.

Da Tourbillons allerdings aufgrund ihrer Komplexität nur von fachkundiger Hand verbaut oder auch repariert werden können, findet man sie heutzutage fast ausschließlich in besonders hochwertigen Luxusuhren, wie den Ingersoll Uhren. Dort erfreuen sie sich als äußerst gefragte Uhrenkomponente nach wie vor großer Beliebtheit.

Wie funktioniert ein Tourbillon?

Tourbillon Ingersoll Uhr West PointWie das Gerät an sich, ist auch die Funktionsweise des Tourbillons äußerst komplex: Durch ein filigranes Schwingsystem werden Ungenauigkeiten, die durch die Lage der Uhr entstehen, mithilfe der Schwerkraft ausgeglichen. Notwendig wird das vor allem bei Uhren, die in der Senkrechten transportiert werden, da hier die Schwerkraft den größten Einfluss hat. Je nach Lage der Uhr beschleunigt oder bremst die Schwerkraft die Unruhspirale – Ungenauigkeiten sind vorprogrammiert. Um diese zu vermeiden, werden die Regelkomponenten, also Hemmung und Unruhspirale, speziell befestigt: Anker, Ankerrad und Unruh werden auf einer Platte verbaut, die sich in einem Drehgestell befindet.

Genau in der Mitte des käfigähnlichen Drehgestells ist die Unruh oberhalb des Sekundenrades befestigt, so dass sie gut schwingen kann. Das Drehgestell wiederum ist fest mit dem Sekundentrieb verbunden und dreht sich um das befestigte Sekundenrad, während der Ankerrad-Trieb sich darauf abläuft. Eine entgegengesetzte Drehbewegung sorgt dafür, dass eine lagebedingte Beschleunigungen und Verlangsamungen fast umgangen, zumindest aber ausgeglichen werden kann. So gelingt es dem Tourbillon die Gangungenauigkeiten einer Uhr im Minutentakt wieder herzustellen, noch bevor eine merkbare Differenz entsteht.

Verschiedene Tourbillon-Modelle

Die beschriebene Funktionsweise entspricht der des von Breguet erfundenen Tourbillons. Allerdings gab es seit deren Erfindung eine Vielzahl an Modifikationen, um das innovative Bauteil zu verbessern. Über ihren Sinn beziehungsweise Unsinn lässt sich streiten, dennoch sollen sie im Folgenden kurz aufgeführt werden:

So bewundernswert jedes einzelne dieser Gerätschaften auch sein mag, sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Tourbillons tatsächlich kaum messbar, da sie oft von mechanischen Fehlern wie Reibung und ähnlichem überlagert werden. Das tut der Faszination von Tourbillons allerdings keinen Abbruch – letztlich sind diese kleinen Meisterwerke der Feinmechanik nur noch der letzte Schliff für besonders hochwertige Uhren!

Weitere Informationen zu den Bestandteilen eines Uhrwerkes finden Sie übrigens in unserem Uhrenlexikon!

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